Nachbau Mesa Boogie Dual Rectifier - Teil 1

Guido Böhne hat sich ein beachtliches Projekt vorgenommen: den Nachbau eines Mesa Boogie Dual Rectifiers.

Hier eine kurze Beschreibung zu dem Amp von Guido (Bilder und Pläne weiter unten):

 

"Wie ich dir ja vor einiger Zeit schon geschrieben habe, basiert das ganze auf einem alten Carlsbro PA 100 Verstärker, von dem aber nur noch das Holzgehäuse, das Metallchassis und vor allem die Trafos übrig geblieben sind.
Als erstes habe ich mir die original Schaltpläne des Boogies aus dem Internet besorgt. Davon habe ich dann den Preamp und den Poweramp exakt übernommen. Das Netzteil musste ich an den Trafo anpassen. Da die Sekundärwicklung für die Anodenspannung keine Mittelanzapfung besitzt, die ich auf Masse legen konnte, musste ich statt der Gleichrichtung des Originals mit zwei Dioden einen Brückengleichrichter aus vier 1N4007 verwenden, um mir meine Masse zu erzeugen. Wegen des Trafos musste ich dann auch auf die Gleichrichterröhren verzichten, der Verstärker ist also eigendlich noch gar kein "Dual Rectifier", sondern arbeitet nur mit Halbleitern.
Den Effects Loop hab ich erstmal ganz weggelassen, da ich auf den Platinen keinen Platz mehr hatte und ich ihn auch eigendlich nicht so dringend benötige. Bei der Aufteilung der Platinen habe ich aber darauf geachtet, dass man ihn nachträglich sehr einfach zwischen Vor- und Endstufe einfügen kann, man braucht nur das entsprechende Verbindungskabel aufzutrennen.
Die Switching Matrix für die Relais wurde nach der Wahrheitstabelle so simpel wie irgend möglich als einfache Diodenmatrix aufgebaut, hat ein eigenes Netzteil mit separater Masse, um das Schaltknacken vom Analogteil zu trennen, und lässt sich bisher nur über die Schalter schalten, ein Fussschalter fehlt noch, da muss ich mir noch was einfallen lassen.
Die Platinen habe ich selbst mit Eagle 4.09r2 von CADSoft geroutet und anschliessend geätzt. Dabei ist der Preamp zweiseitig geworden, die anderen beiden Platinen sind einseitig. Die Platine mit der Switching Matrix und der Endstufe ist räumlich getrennt aufgebaut. Wem also z.B. die Matrix nicht gefällt, kann sich nur die rechte Hälfte mit der Endstufe ätzen oder umgekehrt.

Nun noch zu den Problemen, die ich habe : Das Brummen ist durch neuere und größere Netzteil-Elkos im Orange-Kanal ganz verschwunden, im Red-Kanal ist es noch zu hören, hier werde ich die Vorstufenröhren wohl doch mit Gleichspannung heizen müssen. Das grösste Problem aber ist das Umschaltknacken. Von Clean auf Orange ist nur ein leises Klicken zu hören, womit ich leben kann, aber bei Umschalten von Orange auf Red rieselt der Putz von der Decke und ich habe jedesmal Angst um meine Lautsprecher. Vermutlich liegt es daran, dass die entsprechenden Relais noch hinter den Masterpotis liegen und das Knacken so quasi ungebremst auf die Endstufe geht, wo es dann mit voller Leistung verstärkt wird...
Die extern verdrahteten Sachen wie Röhrensockel, Schalter, Trafos, Netzteil-Elkos und Potis sind in den Layouts logischerweise nicht enthalten, da muss sich dann schon jeder selbst Gedanken machen. "

 

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