Lo V - Episode I - Vanilla Overdrive
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Design:
Der ”Vanilla Overdrive” ist durchgehend auf
12 V bzw. 12,6 V Betriebsspannung ausgelegt, somit auch für
Anfänger und Einsteiger sehr interessant, da bei diesen
Spannungen keine Lebensgefahr besteht, was bei “normalen”
Röhrenverstärkern meist nicht der Fall ist, und
man sich auf sichere Weise an das Thema Röhrentechnik
heran tasten kann. Verwendung finden Röhren vom Typ 12U7
(Space Charge Doppeltriode) bzw. 12AU7. Andere Röhren
wie die 12AX7, welche bei 12 V im Starved Plate Betrieb arbeiten
würde, funktionieren hierbei nicht oder nur sehr schlecht
und machen auch keinen Sinn.
Die Versorgungsspannung sollte über ein stabilisiertes,
externes Steckernetzteil bereit gestellt werden, welches mindestens
0,35 A Strom liefern kann. 0,5 A oder höher sind aber
sehr empfehlenswert, um ausreichend Reserve zu haben. Ideal
wäre eine Versorgungsspannung von 12,6 V aber der Overdrive
funktioniert auch problemlos mit 12 V - nur weniger sollten
es nicht sein ! Gegen eine selbstgebaute Spannungsversorgung
spricht natürlich auch nichts.
Die Widerstandswerte dürften teilweise etwas ”ungewohnt”
erscheinen, sind aber speziell auf die 12V Versorgungsspannung
sowie den Sinn und Zweck des Overdrives ausgelegt und optimiert.
Eine Änderung der Widerstandswerte bringt keine weiteren
klanglichen Vorteile und wäre zum Teil auch eher ein
Rückschritt.
Jeder unnötige Schnick-Schnack wurde bewusst weg gelassen,
denn was nicht da ist kann auch nicht stören und die
Schaltung selbst ist so einfach und effektiv wie möglich.
Es sei noch erwähnt, dass die letzte Stufe ein Kathodenfolger
ist, der soweit keine Verstärkung aufweisst, wodurch
das Maximm an Übersteuerung mit 4 Triodensystemen nicht
erreicht ist was in diesem Projekt auch so gewollt ist. Eine
Ausführung mit mehr Übersteuerung folgt in dem nächsten
Projekt.
Sound:
Klassischer Overdrive Sound a la AC/DC – von Clean
bis Crunch ist alles drin. Der Vanilla Overdrive reagiert
zudem sehr gut auf das Volumen-Poti der Gitarre wodurch hiermit
auch eine sehr effektive Steuerung des Overdriveverhaltens
möglich ist.
Bei der Verwendung von 12U7 Röhren ist etwas mehr Bass
vorhanden - der Gesamtsound hat hierbei mehr Fundament - als
bei der Verwendung von 12AU7 Röhren. Wenn also ein basslastiger
Sound gewünscht ist, sollte eher die 12U7 zum Einsatz
kommen, ansonsten reicht die 12AU7 vollkommen aus.
Anwendung:
Verwendet werden kann der Vanilla Overdrive als eigenständiger
Preamp, aber auch als Leadbooster oder zum ”anheizen”
von Röhrenamps, die selbst wenig Overdrive besitzen.
Getestet wurde der Overdrive mit verschiedenen Röhrenverstärkern,
darunter auch ein JTM45 mit welchem der Overdrive er sehr
gut harmonierte und der ollen Kiste auch bei moderater Lautstärke
endlich mal ein paar ordentliche Rocksounds entlocken konnte.
Aber auch mit den alten Fenderteilen oder vergleichbaren Verstärkern
freundet sich der Vanilla Overdrive schnell an.
Aufbau:
Der Aufbau erfolgt in klassischer Punkt-zu-Punktverdrahtung
wobei die meisten Bauteile - es sind ja nicht viele wie bei
echten Röhrenschaltungen so üblich - direkt an den
Röhrensockel montiert werden. Die Anodenspannung B+ kann
hierbei direkt von der Heizung abgegriffen werden. Eine zusätzliche
Verdrillung der Heizleitung ist nicht notwendig. Vor dem Löten
sollten die einzelnen Bauteile erste einmal leicht an den
Röhrensockel befestigt werden um zu sehen, ob alles passt.
Dann erst zum Lötkolben greifen und die Teile fest anlöten.
Eine besondere Reihenfolge oder Layout muss hierbei nicht
eingehalten werden aber grundsätzlich gilt - wie bei
anderen Röhrenschaltungen auch - die Leitungswege so
kurz wie möglich halten, auf direktem Weg von Punkt A
nach Punkt B.
Alle Widerstände sind als Metallfilmwiderstände
mit ¼ Watt ausgelegt, als Alternative können aber
auch Carbon Composit oder ähnliche Widerstände verwendet
werden.
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Eine Notwendigkeit, abgeschirmte Signalleitungen zu verwenden
konnte bei allen Testaufbauten nicht festgestellt werden.
Alle Testgeräte funktionierten einwandfrei ohne Störgeräusche
mit normalen Litzen.
An das Gehäuse werden keine speziellen Anforderungen
gestellt, da bei dieser Schaltung werder mit eine höheren
Wärmeentwicklung zu rechnen ist noch schwere Beuteile
Verwendung finden. Hauptsache das Gehäuse ist gross genug.
Mods:
Das Grunddesign beinhaltet keinen Tone-Stack um einen unverfälschten
Röhrensound zu erreichen. Eine Frequenzanpassung kann
über den Eingangskondensator C1 erfolgen, mit dem der
Bass-Anteil im Signal reduziert werden kann. Je grösser
dieser Kondensator ist, desto mehr Bass bzw. wenn er ganz
weg gelassen wird ist der Bassanteil am höchsten.
Wird dennoch ein Tone-Stack gewünscht, dann lässt
sich dies am sinnvollsten zwischen den Punkten TS-A und TS-B
integrieren. Die Auslegung der Tone-Stacks selbst kann je
nach Soundvorstellung erfolgen; als Basis können aber
auch hier die gleichen Tone-Stacks verwendet werden wie sie
schon beim TT-SAM zum Einsatz gekommen sind.
Der Vanilla Overdrive ist als Bodenpedal ausgelegt mit echtem
Bypass. Im Bypass-Betrieb wird das komplette Signal an den
Röhrenstufe vorbei geführt. Es wäre hierbei
aber auch möglich den Abgriff vor dem Poti P1 oder nach
C4 zu realisieren sodass dann eine bzw. zwei Verstärkerstufen
im Signalweg liegen - ob das gefällt oder nicht muss
jeder selbst entscheiden. Hier gilt ausprobieren und selbst
hören.
Bauteile:
Bauteilsatz ist verfügbar unter der Artikelnummer "kit-vanilla"
im Online-Shop
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