Nummer 5 lebt
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Wie alles anfing...
Irgendwie ist der ganz Hype der sich seit geraumer Zeit um
den Epiphone Valve Junior Verstärker aufgebaut hat etwas
an mir vorbei gegangen, was sicherlich daran liegt, dass ein
5 Watter Single-Ended Verstärker mit einer EL84 und 12AX7
jetzt nicht zu den Verstärkern gehört, die mich
schnell begeistern, zumal ich dieses Thema auch schon in einem
eigenen Projekt behandelt habe und es auch von anderen Herstellern
Verstärker in dieser Ausführung gibt. Erst als mich
ein Kunde direkt nach verschiedenen Modifikationen an besagtem
Teil angesprochen hat, habe ich mir doch mal die Zeit genommen
mich mit der Thematik näher auseinander zu setzen.
Aber auch hier kam jetzt erst einmal keine grosse Freude oder
sonstige Gefühlsregung ins Spiel, denn die Schaltung
selbst ist nichts aussergewöhnliches, absoluter Standard
und auch die verschiedenen Seiten im Netz die sich ausgiebig
mit dem Thema befassen fand ich – ehrlich gesagt –
auch etwas fade, denn faktisch bietet eine solch einfache
Schaltung weit aus mehr Ansatzpunkte zu Modifikationen und
Erweiterungen, aber vielleicht habe ich auch nur die falschen
Seiten gefunden. Positiv aufgefallen ist aber die Leidenschaft
der Verfasser dieser Seiten wie sie sich um das Thema kümmern
und sicherlich sehr viele Stunden mit dem Verstärker
zu gebracht haben.
Aber irgendwas muss es ja geben, dass diese Leidenschaft schürt,
wenn es auch nur die Begeisterung zur Einfachheit selbst ist.
Um mir selbst ein echtes Bild von dem Verstärkerchen
zu verschaffen musste also ein Solcher her und erfreulicher
weise gibt es das gleiche Modell nicht nur von Epiphone als
„Valve Junior“ sondern auch von Thomann / Harley
Benton als GA-5 zu einem sehr niedrigen Preis, bei dem man
eigentlich nichts falsch machen kann.
Ich entschied mich für die „Head“ Version,
da ich Combos immer als so unpraktisch empfinde und Combos
für Röhrenverstärker eigentlich die ungünstigste
Umgebung überhaupt darstellen könne. Gesagt, getan
und der Verstärker war auch schnell hier und hat mich
erst einmal positiv überrascht. Der Klang war auf alle
Fälle OK – eben klassischer Single-Ended Sound
wie man es von dieser Kombination erwartet. Das Gehäuse
selbst sehr sauber verarbeitet und der Preis in der Tat absolut
fair, kurz um hier gibt es nichts zu bemängeln.
Nochmals überrascht wurde ich, nachdem ich das Chassis
aus dem Verstärker geschraubt habe: auch hier eine ordentliche
Verarbeitung – natürlich alles auf Platine aufgebaut,
aber man kann in dieser Preislage keine Punkt-Zu-Punkt Verkabelung
verlangen – und qualitativ hochwertige Bauteile in bezug
auf den niedrigen Preis. Selbst die beiden Röhrensockel
sind keine Billigteile sonder ebenfalls professionelle Belton-Sockel
die auf alle Fälle zu den sehr guten Sockel auf dem Markt
zählen. Hier könnte sich so mancher namhafte und
auch weit hochpreisigere Hersteller mindestens zwei Scheiben
abschneiden !
Das Metallchassis selbst ist ebenfalls sauber verarbeitet
und lackiert und auch der Netztrafo und der Übertrager
machen einen soliden Eindruck – immer vor dem Hintergrund
des sehr niedrigen Preises der sich hier nochmals als mehr
als fair bestätigt. Das einzige was mich etwas gewundert
hat für einen Verstärker „Made in China“:
die EL84 ist eine russische Sovtek EL84. Weitere Ausführungen
an dieser Stelle zu China EL84 erspare ich mir jetzt, dafür
ist die 12AX7 aber dann wieder China-Produktion.
Kurzum kann man also zusammenfassend sagen, dass es sich um
einen ordentlich aufgebauten Verstärker, zu einem wirklich
fairen Preis handelt der – und das ist jetzt das Wichtigste
an der ganze Sache – eine sehr gute Basis bietet für
eigene Erweiterungen und Modifikationen, da eine stabile Ausgangsbasis
und viel Platz im Gehäuse vorhanden ist.
Ich denke besonders für Einsteiger (aber nicht nur diese),
die sich gerne mal an einen Eigenbau wagen wollen, aber nicht
so richtig wissen wo sie anfangen sollen, ist dieses Gerät
ideal, denn es stellt eine bereits voll funktionierenden und
aufgebaute Plattform da auf der man nun weiter aufsetzen kann;
quasi aus dem Junior einen Erwachsenen oder zumindest mal
einen Teeny zu machen.
Und das war jetzt auch der Punkt wo auch bei mir der Funke
übersprungen ist und ich es nicht mehr erwarten konnte
das Teil auf meinen OP-Tisch zu bekommen !
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