Nummer 5 lebt

<< zurück

Modding - Stage I

Im ersten Schritt möchte ich nun diesen einfache Aufbau etwas optimieren und geringfügig erweitern – sozusagen zum Aufwärmen:

  • Anpassung verschiedener Bauteile
  • Unterteilung in einen Gain und Master Regler
  • Erweiterung um einen 3-Band Tone-Stack (Marshall-Stil)
  • Leistungsreduktion und Clipping

Hierzu der folgenden Schaltplan in dem die Erweiterungen und Änderungen farblich markiert sind und sich von dem ursprüngliche Schaltplan doch schon etwas unterscheidet:

 

Die Änderungen im Detail: die Anpassung der Widerstände R1, sowie R8 und R9 wurde durchgeführt, um die einzelnen Stufen auf eine mehr „gängigere“ Basis zu stellen und dient auch bereits als Vorbereitung für die folgenden Modifikationen. Im Prinzip wird mit dem geänderten Wert für R8 und R9 nur der Arbeitspunkt der Vorstufe etwas verändert und abgesenkt.
Der Kondensator C1 wurde gegen einen Mallory Koppelkondensator ersetzt und zugleich durch Änderung des Wertes der Bassanteil der von der Vorstufe kommt, etwas reduziert. Grundsätzlich sind hier auch andere Werte möglich, aber da dieser Kondensator selbst einen elementaren Einfluss auf den Klang hat, sollte dieser auf alle Fälle durch einen höherwertigeren Kondensator ersetzt werden, auch wenn der Wert selbst bei behalten wird. Neben dem Mallory kann z.B. auch ein Orange Drop verwendet werden.

Die erste grössere Änderung folgt im nächsten Schritt in dem das ursprüngliche Master-Poti in ein Gain-Poti umgewandelt wird. Hierzu sind aber Arbeiten am Metallgehäuse notwendig – in Form von Bohren – und da noch weitere Potis geplant sind, welche ebenfalls weitere Löcher benötigen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, zuerst einmal diese Metallarbeiten zu erledigen. Wo und wie dieses zusätzlichen Löcher angebracht werden, ist jedem freigestellt - sie sollten nur sinnvoll platziert werden. Ein Beispiel wie dies aussehen kann ist den Bildern zu entnehmen; eigene Ideen können aber genausogut umgesetzt werden.
Nach Abschluss der Bohrarbeiten werden die neuen Potis entsprechend ihrer Bestimmung platziert und montiert und gut befestigt und der Lötkolben kann wieder angeworfen werden.


Das ursprüngliche Master-Poti fliegt mit samt der Platine auf der es sitzt raus; ebenso Widerstand R7. Die Verbindung von der Platine zum Poti ist über einen Stecker realisiert der mit „IN“ – „G“ und „SIO“ beschriftet ist und der auch so bleiben soll wie er ist, das Kabel also am alten Poti selbst ablöten ! Danach wird die Leitung, die zu „IN“ gehört an den Eingang des Potis und „G“ an den Ausgang geführt. „G“ stellt zudem die Masse am Poti zur Verfügung. Am Abgriff des Potis werden nun zwei neue Widerstände benötigt, welche direkt am Poti selbst befestigt werden. Der Widerstand R17 kann dann über den „G“-Punkt (sehr schön) auf Masse gelegt werden und wird auf der anderen Seite zusammen mit dem Widerstand R16 auf die „SIO“ Leitung gelötet und das war es schon.
Bevor man ans Löten geht sollte man sich erst einmal ein paar Minuten Zeit nehmen, sich die Platine und die Lage der Bauteile genau anschauen um zu sehen wo welche Bauteile und Verbindungen verlaufen, denn das ist ganz wichtig um Fehler zu vermeiden und auch für den folgenden Schritt, den Einbau und Anschluss der Ton-Regelung nebst dem Master, denn hierfür muss das Signal von der Platine weg in die Klangregelung rein und vom Master wieder raus auf die Platine zurück geleitet werden.

Durch Entfernen des Widerstandes R5 entsteht eine freie Lötstelle auf der Platine an der das Eingangssignal für die Klangregelung abgegriffen werden kann. Hierzu muss aber auch der Widerstand R15 auf der einen Seite von der Platine entfernt werden (wobei dieser natürlich ganz ausgetauscht und mit einem Widerstand mit 5,6 k ersetzt werden muss), damit dieser keine Verbindung zu C2 hat – er zeigt daher auf einer Seite in die Luft, wie man auf den Bildern gut erkennen kann, und wird an dieser Stelle dann mit dem Ausgang des Masters über eine Leitung verbunden - hier kommt das Signal dann wieder zurück aus der Klangregelung und Lautstärkestellung in den Verstärker.

Die Verkabelung der Klangregelung und die Positionierung der Bauteile an den Potis ist auf den ersten Blick etwas umständlich und bedarf etwas Übung. Auch hier sollte man sich zuerst einmal ein paar Gedanken machen, wie die Bauteile platziert und an den Potis angebracht und verbunden werden können. Wichtig ist hier auch noch, dass der Ausgang des Mid-Potis wieder auf Masse zurück geführt werden muss, denn sonst funktioniert die komplette Toneregelung nicht richtig.
Am einfachsten lässt sich vom Ausgang des Mid-Potis eine Verbindung zu dem Ausgang des Gain-Potis, welches bereits eine Masseverbindung hat (Stichwort „G“-Punkt) herstellen, was dann zugleich auch den zweite Umbau abschliesst und, sofern alles richtig angeschlossen ist, sollte nun wieder ein funktionierender Verstärker mit Gain, Klangregelung und Master zur Verfügung stehen, der ein klein wenig Richtung alte Plexis geht.

Tone-Stack

 

Gain und Master Poti

 

Gain-Master-Tonestack

 

Signal OUT - IN

 

Sollte nichts funktionieren, dann erst einmal Ruhe bewahren und einen Kaffee trinken gehen. Danach nochmals die komplette Leitungsführung etc. mehrfach durchgehen bis der Fehler gefunden ist.
Zum Abschluss dieses ersten Umbau-Teiles noch ein Thema, welches ich immer wieder gerne aufgreife, da es so simple aber dennoch effektiv ist: Dioden-Clipping und zwar richtig gemacht !
Der Verstärker selbst ist in dem jetzigen zustande relativ laut - mehr als Zimmerlautstärker – und übersteuert erst dann mehr oder weniger stark, wenn die Endröhre gut ausgefahren wird. Um jetzt mehr „Zerre“ zu bekommen und das bei geringerer Lautstärke kann hier auf das Dioden-Clipping zurück gegriffen werden, welches schon beim TT-SAM zum Einsatz gekommen ist - realisiert mit ein paar LEDs (am besten rot, 3 mm), einem Kondensator und einem Schalter – sofern man es schaltbar machen möchte. Der Effekt ist, dass die Gesamtlautstärke um gefühlte 50% reduziert aber zugleich die Überteuerung stark zunimmt, was durch die LEDs erreicht wird.

Ein möglicher Ansatzpunkt des Dioden-Clippings ist zwischen dem Kondesator C2 und dem Eingang zur Klangregelung. Die kann man problemlos mit durch einfaches Einlöten eines solchen Clipping-Zweiges testen und wenn es gefällt auch fest oder auch schaltbar zusätzlich in den Verstärker einbauen.

   


 

<< zurück

 

 

 

(c) 2002-2009 Tube-Town / dmun