TT-SAM

Ein EL84 SE Gitarren Vollverstärker für den Einstieg
in die Sucht des Röhrenverstärkerbaus !
Zielsetzung
Die Zielsetzung bei der Entwicklung dieses Verstärkers
war einen Vollverstärker für Gitarre zu bauen, der
eine sehr geringe Leistung hat aber dennoch voll und druckvoll
klingt. Weiterhin sollte der Verstärker sehr einfach
zu bauen sein und somit auch für Leute interessant sein,
die noch nicht viel Erfahrung im Bau mit Röhrenverstärkern
haben sich aber gerne mal an das Thema wagen möchte ohne
dabei riesige Summen zu investieren. Ferner muss der Verstärker
auch für Profis interessant sein, die Wert auf qualitativ
hochwertige Bauteile, zuverlässige Funktionen und wie
schon erwähnt einen guten Klang legen. Und wie das bei
Profis so der Fall ist, versuchen diese auch gerne mal die
eine oder andere Modifikation durchzuführen – und
sei es nur der Tausch einen Kondensatore, was ebenfalls problemlos
und schnell möglich ist, da der grösste Teil der
Verstärkers auf Lötleisten aufgebaut wird, wobei
man ihn auf grund der Einfachheit auch direkt als Punkt-zu-Punkt
Verdrahtung aufbauen kann.
Das Resultat hiervon ist der TT-SAM, ein 3 Watt EL84 Röhrenvollverstärker
mit einer 12AX7 als Vorstufe. Um auf verschiedene Geschmäcker
eingehen zu können, kann der Tone-Stack recht einfach
ausgetauscht werden und bei dem Grundkonzept steht ein Marshall
und ein Fender typischer Tone-Stack zur Verfügung. Es
können aber auch problemlos andere Kombinationen eingebaut
werden.
Die Schaltung
Die Vorstufe ist absolut einfach und direkt an die Anforderungen
der EL84 Endstufe angepasst.

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Das Eingangssignal von der Gitarre kommend wird über
die erste Hälfte der 12AX7 (V1) verstärkt und gelangt
dann über den Koppelkondensator C2 an das Gain-Poti.
Über dieses Poti kann bei Bedarf eine Signalabschwächung
durchgeführt werden, sodass entweder der komplette Pegel
oder nur ein Teil davon an das zweite System der 12AX7 gelangt
wo eine weitere Verstärkung statt findet. Danach wird
das fertig verstärkte Vorstufensignal durch den Tone-Stack
geschickt um dann über den Lautstärkepot in die
EL84 Endröhre eingespeist zu werden, welche in klassischer
Single-Ended Ausführung verschaltet ist.
Wenn keinerlei Dämpfung des Signals durchgeführt
wird (Gain auf 10 und Vol auf 10) erreicht man eine satte
und runde Endstufenübersteuerung mit ca. 3 Watt Ausgangsleistung,
welche schon mehr als der üblichen Zimmerlautstärke
entspricht.
Da man aber nicht immer mit voller Lautstärke spielen
will oder kann aber dennoch nicht auf einen rockigen, übersteuerten
Sound verzichten möchte wurde zwischen der zweiten Stufe
und der Endstufe ein Dioden-Clipping eingebaut.
Zum Thema Dioden-Clipping
Dioden-Clipping zur Erzeugung von verzerrten Sounds ist etwas
in Verruf geraten, was primär damit zusammen hängt,
dass es von grossen Verstärkerherstellern eingesetzt
wurde - aber eben nicht richtig, wodurch zuerst der Sound
und dann die Schaltungsart selbst in Verruf gekommen ist -
dabei kann man mit Dioden-Clipping weit aus mehr erreichen.
Grundsätzlich kann man jede Diode verwenden um das Signal
zu clippen – hierbei wird einfach nur die obere und/oder
unter Spitze der Sinusschwingung - bedingt durch den Spannungsfall
an der Diode - abgeschnitten, wodurch das Signal verzerrt
wird.
Da Dioden bei Erreichen der Durchbruchspannung sehr schnell
schalten, kann dies zu einem sehr sterilen und harten Effekt
führen. Um diesem Verhalten entgegen zu wirken, wird
vor den Dioden ein kleiner Kondensator geschaltet, der das
Signal etwas abrundet und weicher klingen lässt und das
ist auch schon der ganze Trick.
Ein weiterer Vorteil des Diodenclippings in diesem Fall ist,
dass man beliebige Kombinationen von Dioden versuchen und
verwenden kann um den persönlich gewünschten Klang
zu erreichen. Neben den normalen LEDs, können auch andere
Dioden wie 1N4001 oder 1N4007 etc verwendet werden, diese
können asymmetrisch oder auch symmetrisch verschaltet
werden, in Reihe oder rein Parallel und so weiter und das
alles ohne teuerer Bauteileschlachten zu führen.
Der Nachbau
Der Nachbau des Verstärkers gestaltet sich recht einfach
und problemlos, wenn man sich an die Vorgaben hält die
im Layout-Plan gemacht wurden.

(Auf Bild klicken für grössere Darstellung)
Zur grundsätzlichen Position der Bauteile sollte man
sich zuerst die Abbildungen des Verstärkers selbst anschauen.
Dieses Layout ist in der Praxis geprüft und funktioniert
problemlos. Keinerlei Brumm durch Heizungseinstreuung oder
Störgeräusche durch sonstige Einstrahlungen.
Vom Platz her lässt sich der Verstärker sehr gut
in einem Hammond 22er Alu-Gehäuse aufbauen, welches sich
auch sehr gut bearbeiten lässt.

Die Trafos sollten wie auf den Bildern zu sehen platziert
werden. Auch sollte die Position des Boards mit der Gleichrichtung
und des Board mit den Bauteilen für die Beschaltung der
Vorstufenröhre wie auf den Abbildungen zu sehen gewählt
werden.
Anmerkung: auf den Bildern ist ein dritter Röhrensockel
zu sehen, der aber nicht belegt und in Verwendung ist. Dieser
ist nur vorgesehen, für mögliche weitere Ausbauten.
Ferner wurde für den Aufbau ein Eyelett-Board verwendet;
es handelt sich hierbei zwar nicht um ein Standardbauteil,
aber solche Eyelett-Boards lassen sich recht gut und preiswert
auch selbst herstellen – wenn man noch etwas Wert auf
Optik legen will.
Wichtig beim Nachbau ist, dass die Heizleitungen sauber verdrillt
und verlegt sind und dass das Signal vom Eingang bis zur ersten
Stufe und dann über das Gain-Poti mittels abgeschirmter
Leitungen geführt wird.
Die Widerstände R2 und R5 vor den Gittern der 12AX7 können
direkt an den Röhrensockel selbst gelötet werden,
was u.U. die Schaltung stabilisiert oder auch auf der Lötleiste
sitzen und von dort über kurze Leitungen an die Gitter
geführt werden.
Ebenso sollte darauf geachtet werden, dass R11 am Gitter der
Endröhre über kurzen Weg angefahren wird, aber da
die Beschaltung der EL84 sowieso direkt am Sockel statt findet,
ergibt sich dies automatisch.

Über die Widerstände R17 und R18 wird zusätzlich
die Heizung gegen Masse symmetriert, was sich u.U. sehr positiv
auf die Brummfreiheit des Verstärkers auswirken kann.
Alle Masseverbindungen laufen sternförmig an einem Punkt
zusammen (Star-Ground) welcher mit dem Geäuse verbunden
ist.
Das war's eigentlich schon und jetzt ran an den Lötkolben
!
Bauteile
Für den Nachbau haben wir ein paar Bauteilsätze
zusammen gestellt, damit man nicht jedes Bauteil einzeln bestellen
muss. Diese sind im Online-Shop zu finden und grundsätzlich
wird benötigt:
-
Basis-Bauteilsatz: kit-sam01
-
Tone-Stack Fender oder Marshall: kit-sam05 oder kit-sam06
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Röhren: 12AX7 und EL84 (Empfehlung TT12AX7 und
JJ EL84)
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Knöpfe: egal welche Knöpfe wir dem Bausatz
beilegen, sie werden nicht jedem gefallen ;-)
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Dioden: auch hier geht es um den eigenen Geschmack
und was man wie aufwändig schalten möchte.
Grundsätzlich sind die 3 mm LEDs in rot eine gute
Wahl
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