Tube-Town Matching & Selektion

Endröhren - TT eXtended Matching

Endröhren - Tone-Selection
Endröhren - Standardmatching
Vorstufenröhren - V1 Selektion
Vorstufenröhren - Audio Selektion
Vorstufenröhren - Balanced

Endröhren -TT eXtended Matching

Bei dem TT eXtended Matching Verfahren handelt es sich um ein von uns entwickeltes und optimiertes Test- und Matching-Verfahren für Endstufenröhren, das komplett standardisiert und computergestützt abläuft und die Defizite verschiedener, gängiger Matching-Verfahren vermeidet.

Die meisten, beim Endröhrenmatching eingesetzten Messgeräte arbeiten entweder mit geringer Anodenspannung oder mit geringem Strom (Leistung), sie testen in Pseudotriodenschaltung oder sind von den Messspannungen nicht stabilisiert oder weisse alle Defizite zusammen auf.
Im Realbetrieb werden die Röhren in der Regel mit sehr hohen Spannungen betrieben, die nicht selten sehr nahe an den maximal zulässigen Spannungen des jeweiligen Röhrentyps liegen. Die Leistungen sind oftmals weitaus höher, als die, die im Messbetrieb getestet werden, d.h. die Röhren werden oft weit unter ihrer Nennlast getestet und gematcht, was zu einer einer gewissen „Unschärfe“ führen kann. Auch arbeiten viele Messgeräte mit unstabilisierten Messspannungen, die tages- und uhrzeitabhängigen aber auch regional bedingten Netzschwankungen (240 V Netz aus der Steckdose) unterliegen. Diese Schwankungen wirken sich ebenfalls negativ auf die Qualität der Messwerte aus.
Komplexere Messverfahren vermeiden zwar oft diese Defizite, sind aber meist extrem Aufwendig, was sich in sehr hohen Kosten für das Matching niederschlägt.
Aber Achtung: Es gibt auch Produzenten bzw. Lieferanten die behaupten, sie würden bis zu 140 Parameter testen, schweigen sich aber darüber aus, was sie alles testen. Man kann davon ausgehen, dass es sich hierbei nicht um ein extrem komplexes und aufwendiges Messverfahren handelt, sondern ganz einfach um den Versuch, horenten und nicht realistische Endpreise zu rechtfertigen.


Was und wie wir testen

Mit unserem Messverfahren haben wir versucht die Unzulänglichkeiten der meisten Röhrentestgeräte zu vermeiden ohne dass dies zu einer Kostenexplosion führt. Wir messen und testen die Röhren bei Spannungen, die dem eigentlichen Realbetrieb sehr nahe sind oder sogar darüber liegen. EL34 oder 6L6 werden zum Beispiel mit 450 V Anodenspannung getestet; eine Vielzahl von Verstärkern areiten im Normalbetrieb mit 420 – 430 V Anodenspannung. Die Röhre wird bei hoher Leistung (hohem Anodenstrom) gemessen um deren Verhalten unter reellen Lastverhältnissen zu ermitteln. Die hieraus gewonnenen Messwerte stellen dann die Basis für das Matching da.
Wir erfassen auch weitere Messwerte, die für die Bewertung der Röhre wichtig sind. So testen und messen wir auch den Strom durch die Schirmgitter. Dieser Strom ist zwar von sekundärem Interesse für das Matching selbst, kann aber zu Problemen führen, wenn er zu hoch ist. Wird beim Test festgestellt, dass die gemessene Röhre einen zu hohen Schirmgitterstrom aufweist, wird sie ausgesondert.
Ein zusätzlicher Messpunkt ist der Kathodenleckstrom sowie das Gas der Röhre. Hieraus lassen sich Rückschlüsse über die Qualität und Zuverlässigkeit der getesteten Röhre ableiten. Wenn hierbei eine Röhre auffällig ist, wird sie ebenfalls ausgesondert.Das komplette Messverfahren läuft computergesteuert ab, wodurch ein standardisierter, zuverlässiger und durch seine vollständige Automatisierung, kostengünstiger Ablauf möglich ist.


Was wir NICHT testen (können)

Die zu erwartende Lebensdauer der Röhre ! Jede Röhre ist ein Verschleißteil mit einer endlichen Lebensdauer, die von vielen Faktoren abhängt, primär aber von der Last, mit der sie betrieben wird. Der Verschleiß kann bei unsachgemäßer Behandlung oder Überlastung schneller voranschreiten als bei sachgerechter Verwendung. Selbst nach noch so ausgiebigen Tests und Messungen der Röhre kann nicht 100% ausgeschlossen werden, dass sie frühzeitig ausfällt. Durch unser spezielles Mess- und Testverfahren können wir allerdings bereits im Vorfeld die meisten auffälligen Röhren auffinden und aussondern.
Im Vergleich unseres Messverfahrens zu anderen Messverfahren hat sich die Ausschussrate (je nach Röhrentyp/Hersteller) um ca. 5 – 10 % erhöht, was die Qualität und Effektivität unseres Messverfahrens nochmals weiter unterstreicht.

Auch die spätere Einsatzumgebung der Röhren können wir nicht testen: Die teilweise sehr hohen Toleranzen mancher Verstärkerbauteile nehmen direkten Einfluss. So hat ein unsymmetrisch gewickelter Ausgangsübertrager, stark schwankende Netzspannung wie auch Unterschiede in den Schirmgitterwiderständen Einfluss auf den Betrieb der Röhre.
Dies bedeutet dass unsere Testumgebung mit ihren stabilisierten Spannungen ein in der Praxis nicht vorhandenes Idealumfeld darstellt, was aber weiterhin unterstreicht, dass die in diesem Umfeld erfolgreich getesteten Röhren auch in der Praxis zuverlässig arbeiten werden – sofern sie korrekt eingestellt werden und der Verstärker keinen Defekt und Ähnliches aufweist.


Unsere Garantie

Auch wenn eine Röhre ein Verschleißteil mit begrenzter Lebensdauer ist, so ermöglicht unser Mess- und Testverfahren doch eine hohe Qualitäts- und Zuverlässigkeitskontrolle. Aus diesem Grund geben wir für alle Röhren, die mittels des TT eXtended Matching geprüft und getestet wurden, eine Garantie von 12 Monaten gegen vorzeitigen Ausfall und Alterung. Ausgenommen hiervon sind unsachgemäßer Betrieb und Einsatz sowie Heizfadenbruch sowie normaler Verschleiß.

Endröhen - Tone-Selection

Röhren aus der Tone-Selection sind mehrfach gematchte und selektierte Röhren, die für folgenden Anwendungen und Verstärker gedacht sind:

 

1. Verstärker ohne Bias-Einstellmöglichkeit (none-adjustable bias) wie z.B. Mesa Verstärker.
Da hierbei die Bias-Spannung immer gleich und fest vorgegeben ist und eine Einstellung auf den gewünschten Sound nicht möglich ist, muss der Umweg über einen vom Strom definierten Röhrensatz gegangen werden. So liefert ein „weicher“ Satz weniger Strom wobei ein „harter“ Röhrensatz mehr Strom liefert.

 

2. Verstärker die auf einen bestimmten Selektionsgrad eingestellt sind und bei denen ohne Neueinstellung ein Austausch der Röhren vorgenommen werden soll. (Wir empfehlen aber - sofern möglich - immer eine saubere Bias-Einstellung vorzunehmen).

 

3. Verstärker, die einen begrenzte Bias-Einstellmöglichkeit habe wie z.B. machen Marshall Verstärker und ähnlich. Je nach Röhrensatz kann es vorkommen, dass die Bias-Spannung nicht ausreicht um die Röhren sauber einzustellen. In solchen Verstärkern empfiehlt sich daher die Verwendung eines „Standard“ Satzes, der normalerweise immer problemlos eingestellt werden kann.

 

4. Anwender, die Röhren einsetzen wollen, die das Maximum an Leistung liefern können. Hierfür empfiehlt sich dann ein Röhrensatz „hart“ oder „extrem“ wodurch Röhren zum Einsatz kommen die 30 – 50 % über dem Standard liegen.

 

Klassifizierung
Die Klassifizierung erfolgt bei gleichbleibender Bias-Vorspannung, Anodenspannung und Schirmgitterspannung. Eine Änderung der Bias-Spannung würde diese Definition entsprechend nach oben oder unten verschieben.

 

Weich: Eine Röhrensatz mit weichem Klang und sanfter Ansprache, ohne übergrosse Leistung. Interessant für Lo-Gain Verstärker oder zur leichten Leistungsreduzieren, aber auch gut geeignet um zu harsch und kalt klingenden Endstufen etwas mehr klangliche Wärme zu verleiten.

 

Standard: Ein Röhrensatz aus diese Klassifikation arbeitet in der Regel in allen Verstärkern die für den verwendeten Röhrentyp ausgelegt sind problemlos. Ein ausgewogenes Klangbild welches eine saubere Basis für eine flexible Anwendung darstellt. Sehr gut geeignet für alle Gitarren und Bassverstärker.

 

Hart: Dieser Röhrensatz liefern im Vergleich zu dem Standard einen etwas höheren Strom, klingen etwas härter und definierter, aber auch leicht analytisch und kann je nach Verstärkertyp auch etwas kühl wirken. Sehr interessant für Audio / Highend-Anwendungen wo klare Wiedergaben gefordert sind aber auch moderne HiGain-Verstärker.

 

Extrem: Röhrensätze dieser Klassifizierung sind sehr selten und bestechen durch einen sehr hohen Strom und Steilheit, welche weit über dem Standard liegt. Gedacht für Anwendungen wo das Maximum von der Röhre gefordert ist. Im Klang sehr klar und definiert mit hoher Dynamik.

 

Anwendungsbeispiel:
Ein Peavey 5150 ist von Haus aus mit einer festen Bias-Vorspannung ausgelegt, die die Röhren recht kalt einstellt. Würde nun in solch einem Verstärker ein Röhrensatz der Klasse „Hart“ oder „Extrem“ verwendet werden, dann hätte dies zur Folge, dass höhere Ströme zum fliessen kommen und der Klang etwas härter und definierte aber auch dynamischer wird.

 

Klangliche Unterschiede:
Wie gross die klanglichen Unterschiede in der Endanwendung ausfallen, lässt sich im Vorfeld nur schwer beschreiben und beziffern, dann dies ist von vielen Faktoren abhängig ist. Grundsätzlich gilt aber, dass bei Verstärkern, die neutral ausgelegt und mit hochwertigen Bauteilen ausgestattet sind – dies gilt besonders für den Ausgangsübertrager – aber auch an neutral und gut abgestimmten Lautsprecherboxen betrieben werden, der klangliche Unterschied weit aus grösser ist, als bei Verstärkern die mit minderwertige Bauteile und Verschaltungen, aber auch unterdimensionierten Übertragern ausgestattet sind oder an Lautsprecherboxen betrieben werden, die schlecht abgestimmt oder von minderer Qualität sind.

Endröhren - Standardmatching

Das Matching der von uns angebotenen Endröhren wird zum grössten Teil direkt von uns selbst vorgenommen. Dies erfolgt bei ca. 400 Volt Anodenspannung auf Basis von Ruhestrom (und Steilheit, je nach Hersteller / Typ). Alle nicht von uns direkt gematchten Röhren werden vom Hersteller selbst gematcht und von uns in Stichproben kontrolliert um beste Qualität zu gewährleisten.
Die Toleranz der Röhre darf nach unseren Vorgaben nicht mehr als 5 % betragen – dies bedeutet, dass der Ruhestrom nicht mehr als 5% von Röhre zu Röhre innerhalb eines Satzes abweichen darf. Diese Röhren unterliegen den normalen Garantiebestimmungen für Ersatz, Verbrauchs- und Verschleissteilen.

 

Vorstufenröhren

zusätzlich zu den normalen Vorstufenröhren, welche in der Regel nicht geprüft sind, sind einige spezielle Selektionen verfügbar, welche im Folgenden kurz beschrieben werden

 

V1-Selektion

Röhren dieses Types sind für die erste Gainstufe in Gitarren-Verstärkern selektiert. Hierbei wird auf die Einhaltung der Mindestwerte der Röhre sowie auf Mikrophonie und Geräuscharmut geprüft. Die Verwendung dieser Röhren wird besonders für HiGain-Amps empfohlen !

 

Audio-Selektion

Röhren dieser Selektion sind für den Einsatz in Audio / HiEnd Verstärkern selektiert. Hierbei wird ähnlich wie bei der V1-Selektion auf Mikrophonie und Grundrauschen geprüft, wobei für das Grundrauschen höhere Massstäbe gelten wie bei der V1-Selektion.

 

Balanced-Selektion

Balanced Röhren sind speziell für Phasenumkehr- und Treiberstufen selektierte Vorstufenröhren. Hierbei wird zusätzlich zu der Audio-Selektion auf Symetrie geprüft, sprich dass beide Triodensysteme die gleichen elektrischen Eigenschaften aufweisen.
Röhren dieses Types werden auch für Kopfhörerverstärker und Studio-Geräte empfohlen.

 


(c) 2002-2008 Tube-Town / dmun