Emma

Die Zweite im Bunde der Low-Power Verstärker. Nach den eher härteren Tönen des Lummerland-Express ist dieser Verstärker eher für die Puristen gedacht.

Kein Wunder, denn bei der Emma stand der 5E3 Pate.
Auch wenn der 5E3 nicht unbedingt zu den leistungsstarken Amps gehört, bedarf es doch eines gewissen Lautstärkepegel um die Endstufe etwas stärker zu reizen. Dies ist bei der Emma deutlich einfacher, wobei aber auch hier gleich zu Beginn der Hinweise gegeben werden muss, dass diese Dame auch sehr laut sein kann. Es wird immer wieder vollkommen unterschätzt wie laut ein 3 Watt Röhrenverstärkerchen überhaupt sein kann.

Die Schaltung

Als Vorbild dient wie Eingangs bereits erwähnt der unter Bluesern - aber auch in der DIY-Szene - sehr bekannte und geliebte 5E3 von Fender. Dies wird auch sofort deutlich wenn man sich Emmas Vorstufe betrachtet welche nahezu einen 1 zu 1 Kopie der Originalschaltung darstellt.
Das Herzstück der Vorstufe bildet je eine 12AY7 und eine 12AX7. Zwei 12AX7 funktionieren natürlich auch, wird auch von Fender selbst bei den späteren Modellen des 5E3 so gemacht, aber dem Klang kommt eine 12AY7 in erster Position deutlich zu Gute.
Die Endstufe entspricht dem vom Lummerland-Express bekannten Mini-Push-Pull-Konzept, mit minimalen Änderungen, dennoch sollte aber bei der Emma auf alle Fälle eine ECC99 die Endstufe befeuern. Zwar kann auch durch Verwendung einer 12AU7 die Leistung auf 1 – 2 Watt reduziert werden, aber das klingt dann nicht mehr nach 5E3. Die mit einer ECC99 bestückte Endstufenröhre entfaltet rund 3,5 Watt und wird mit einem Kathodyn Phaseninverter angesteuert. Also deutlich ausreichend laut um die Nachbarn zu verärgern. Als Ausgangsübertrager kommt der vielfach bewährte 125C vom Hammond zum Einsatz, der auf eine Primärimpedanz von 22 kOhm verdrahtet wird, wodurch neben der ECC99 theoretisch auch 12AU7 oder 12BH7 verwendet werden können, aber die Verwendung dieser Röhren ist nur theoretisch sinnvoll. Unser zur Verfügung gestelltes Layout bezieht sich auf eine Verdrahtung des Ausgangsübertragers auf eine Last von 8 Ohm. Bei der Verwendung von 4 Ohm oder 16 Ohm Lautsprechern muss das entsprechende sekundärseitige Kabelpaar aus dem Datenblatt des Hammond 125C entnommen werden.

Wie der 5E3 auch verfügt die Emma über vier Eingänge wobei jeweils ein Paar zu einem Kanal gehören und sich in ihrer Eingangsempfindlichkeit unterscheiden. Bei der Bezeichnung selbst haben wir uns aber für Kanal I und II sowie "Lo" und "Hi" entschiedenen, da diese nach unserem Geschmack etwas zweckmäßiger ist als die ursprüngliche Bezeichnung mit "Mic" und "Instrument".
Jedes Eingangspaar verfügt über ein eigenes Lautstärker-Poti. Das Eingangspaar des zweiten Kanals verfügt über einen zusätzlichen Tone-Regler. Beide Kanäle nutzen die gleiche Treiberstufe, welche letztendlich die Endstufe ansteuert. Nicht mehr und nicht weniger. Da nur eine passive Klangstellung verwendet wird beeinflussen sich die Potentiometer je nach Stellung gegenseitig. Dieses Verhalten ist beim Original ebenfalls vorhanden und gehört einfach zum 5E3.

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Für die Spannungsversorgung kommt unsere kleine Standard-Spannungsversorgung aus dem Shop zum Einsatz welche eine mehr als ausreichend gute Versorgungsspannung bei sehr geringem Platzbedarf liefert. Die Spannungsanschlüsse B2 und B3 im Schaltplan beziehen sich daher selbstredend auf die Ausgänge der Spannungsversorgung. Die Heizspannung von 6,3 VAC wird direkt vom TT-Ringkerntransformator geliefert.

Als Chassis kommt das mit dem Lummerland-Express eingeführte Chassis-Model zum Einsatz allerdings mit einer kleinen Anpassung bei den Eingängen: 4 Stück statt einem.

Und wie klingt Emma ?

Zu unserer eigenen Überraschung mussten wir nach dem ersten Prototyp der Emma feststellen, dass diese vom Klang sehr nahe am Original liegt. Bei einem direkten A/B Vergleich wird man zwangsweise gewisse klangliche Unterscheide insbesondere beim Übersteuerungsverhalten feststellen aber diese sind sehr gering. Möchte man es beziffern dürfte man bei geschätzten 90% 5E3 Sound ankommen aber nur bei der Verwendung einer ECC99 in der Endstufe und einer 12AY7 als Eingangsröhre! Auf alle Fälle bietet die Emma vollen Röhrensound sowie eine sehr große Spielfreude.

Bauteile

Einen ->Satz mit Bauteilen, sowie das passende ->Chassis (welches auch für andere Projekte dieser Art bestens geeignet ist) sowie Blenden gibt es im Shop.

Warnung !

Vorsicht beim Nachbau. Auch wenn dieser Verstärker nicht viel Leistung hat so arbeitet er dennoch mit Spannungen die Gefahr für Haut und Haar darstellen können, weshalb sich dieser Verstärker NICHT als Anfängerprojekt eignet !
Das Lesen und Verstehen von Schaltplänen, der Umgang mit Meßgeräten sowie grundlegenden Erfahrungen mit Spannungen über 60 V sollten als Voraussetzung für den erfolgreichen Auf- und Nachbau vorhanden sein.

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