Reverb

Wenn es um Reverb mit Tiefgang geht dann steht die Fender Reverb Unit ohne Zweifel an erster Stelle.

Es handelt sich zwar nicht um ein ur-typisches LoW Projekt, aber durch ihre Klasse und Einfachheit haben wir uns entschlossen diese als ein weiteres Projekt in die LoW Serie auf zu nehmen. Da auch bereits alle weiteren Bauteile wie Chassis, Gehäuse und Übertrager aus anderen LoW Projekten verwendet werden können ist die Umsetzung unkompliziert.

Da die Fender Reverb Unit bereits umfangreich dokumentiert ist und es im Netz zahlreiche Seiten gibt, die sich mit dieser Reverb-Unit auseinander setzen, können wir uns kurz fassen und auf die Schaltungsdetails beschränken die vom Original abweichen.

Der größte Unterschied stellt die verwendete Röhre, eine JJ EL844 dar, sowie der Übertrager. Im Original ist eine 6K6 in der ersten Version und eine 6V6 in der Neuauflage der Reverb Unit verbaut, sowie ein Übertrager mit rund 6k Primär. Wir haben uns dazu entschlossen eine EL844 sowie den Übertrager aus den integrierten Fender Reverb-Schaltungen zu verwenden. Dieser hat zwar eine deutlich höhere Primärimpdanz, da er normalerweise mit einer 12AT7 betrieben wird, aber er funktioniert auch mit der EL844. Ferner ist er deutlich preiswerter und leicht zu bekommen, was die kleine Fehlanpassung weiter relativiert. Nichtsdestotrotz kann aber auch ein original Übertrager verwendet werden oder ein anderer Single-Ended Übertrager, wie zum Beispiel der Hammond 125BSE. Neben der EL844 kann auch eine EL84 eingesetzt werden, was allerdings einen höheren Strom zur Folge hat. Am Sound selbst ändert dies nichts und hat auch sonst keine weiteren Vorteile, da die EL844 ausreichend Strom liefert. Wer es ganz genau haben will kann auch eine 6V6 oder 6K6 verwenden, wobei dann aber das Chassis für einen Oktal Sockel geändert und der Kathodenwiderstand der Treiberröhre angepasst werden muss.
Weitere kleinere Anpassungen wurden zudem an den Potis vorgenommen. Im Original werden meist lineare Potis verwendet, was teilweise zu einem "ungewöhnlichen" Regelverhalten führt. Wo Bedarf bestand haben wir diese daher gegen logarithmische Potis ersetzt, was zu einem vertrauteren "Feeling" bei der Einstellung führt.

Das war's auch schon, also alles recht einfach und überschaubar. Bleibt noch eine Anmerkung zu den Reverb Tanks selbst: Im Original wird ein 4AB3C1B Tank verwendet. Dieser erzeugt in Verbindung mit der Reverb-Unit einen seeeehr langen Hall und ist zudem auch sehr groß, weshalb wir einen kürzeren 8er Tank verwenden. Dieser hat auch einen langen Hall. Ob man aber wirklich diese lange Nachhallzeit benötigt muss jeder für sich selbst entscheiden, aber sie ist vermutlich in vielen Fällen übertrieben. Eine Alternative stellt daher der 8AB2A1B dar, welcher einen kürzeren (medium) Hall hat und sich zudem weit aus feiner einstellen läst. Man hat also die Wahl.

Der Aufbau erfolgt auf die bekannte Art mit der Mini-PSU Spannungsversorgung und den kleinen LoW-Chassis. Da aber noch zusätzlich ein Reverb Tank zum Einsatz kommt, ist es sehr empfehlenswert die ganze Einheit gleich in die verfügbare Headshell einzubauen, sofern man sich nicht selbst ein Gehäuse anfertigen will. Alle benötigten Komponenten sind im Shop zu finden und direkt verfügbar.

Schaltplan & Layout als PDF

Den Bausatz sowie weiteres Zubehör gibt es wie immer im Shop.

Warnung !

Vorsicht beim Nachbau. Auch wenn dieser Verstärker nicht viel Leistung hat so arbeitet er dennoch mit Spannungen die Gefahr für Haut und Haar darstellen können, weshalb sich dieser Verstärker NICHT als Anfängerprojekt eignet !
Das Lesen und Verstehen von Schaltplänen, der Umgang mit Meßgeräten sowie grundlegenden Erfahrungen mit Spannungen über 60 V sollten als Voraussetzung für den erfolgreichen Auf- und Nachbau vorhanden sein.

und noch ein paar Bilder...

Letzte Bearbeitung:
Seitenanfang