Molly

Das dritte Mitglied in der LoWatt-Famile orientiert sich an einem britischen Original - dem AC30. Allerdings wurde nicht der komplette AC30 in Miniaturform nachgebaut, sondern nur der EF86 Kanal.

Wie man an dem Schaltplan erkennen kann, orientiert sich die Molly sehr deutlich an ihrem grossen Bruder und es mussten nur ein paar Änderungen durchgeführt werden, um die Pegel anzupassen. Dies bedeutet wiederum, dass Molly ihrem Vorbild sehr nahe kommt - nur eben wieder mit geringerer Leistung. Aber Vorsicht ! Auch wenn es nur 4 Watt sind so, kann Molly doch sehr laut werden, wenn sie richtig Dampf ab lässt.

Die Schaltung

Die Vorstufe ist, wie bereits weiter oben erwähnt, angelehnt an den EF86 Kanal eines AC30. Das heißt, es kommt als Herzstück eine Pentode als Eingangsröhre zum Einsatz. Zwei Eingänge stehen zur Verfügung, jeweils selbsterklärend Low und High, mit einer unterschiedlichen Eingangsempfindlichkeit. Die EF86 steuert direkt einen Long-Tail-Pair-Phaseninverter an, der auf einer 12AX7 Doppeltriode basiert. Darin unterscheidet sich die Molly von ihren beiden Geschwistern Lummerland-Express und Emma deutlich, welche beide mit einem Kathodyn-PI arbeiten.
Als Endröhre kommt wieder eine ECC99 zum Einsatz. Grundsätzlich wäre zwar auch hier eine 12AU7 möglich, aber deren "Headroom" ist viel zu gering für diesen Verstärker und das Ergebnis hätte nicht mehr viel gemeinsam mit einem echten AC30. Um die Endstufe nicht zu früh zu übersteuern musste der Eingangspegel in die Endröhre deutlich reduziert werden (Spannungsteiler R13/R20 und R14/R21). Die Klangfärbung kann mittels des verwendeten "Cut-Reglers" eingestellt werden.

Der verwendete Ausgangsübertrager ist der vielfach bewährte 125C von Hammond, der auf eine Primärimpedanz von 12,8 kOhm verdrahtet wird. Unser zur Verfügung gestelltes Layout bezieht sich auf eine Verdrahtung des Ausgangsübertragers auf eine Last von 8 Ohm. Bei der Verwendung von 4 Ohm oder 16 Ohm Lautsprechern muss das entsprechende sekundärseitige Kabelpaar aus dem Datenblatt des Hammond 125C entnommen werden.

Als Spannungsversorgung kommt die bereits vielfach bewährte Mini-PSU zum Einsatz, welche eine sehr gute Versorgungsspannung bei geringem Platzbedarf liefert. Die Spannungsanschlüsse B2 und B3 im Schaltplan beziehen sich daher selbstredend auf die Ausgänge der Spannungsversorgung. Die Heizspannung von 6,3 VAC wird direkt vom Netztransformator entnommen.

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Und wie klingt Molly ?

Auch hier war ein Vergleich mit einem original AC30 aus den 60er möglich und zu unserer Zufriedenheit steht Molly ihrem grossen Bruder sehr nahe. Fairerweise muss natürlich gesagt werden, dass die Low-Power Variante nicht ganz den "Punch" entwickelt, mit dem der AC30, insbesondere im Anschlagmoment, auffällt. Aber der Charakter und Charme ist deutlich vorhanden.
Ein weiterer Vorteil dieses Verstärkers ist, dass er von allen bis jetzt in dieser LoW-Serie veröffentlichten Verstärkern sehr gut mit vorgeschalteten Effekten zu recht kommt - als Beispiel sei der Pod als bekanntester Vertreter dieser Gattung zu nennen - wodurch Molly's Einsatzbereich um ein Vielfaches gesteigert werden kann... aber es bleibt immer noch ein kleiner AC30.

Bauteile

Einen Satz mit Bauteilen, sowie das passende Chassis (welches auch für andere Projekte dieser Art bestens geeignet ist) sowie Blenden gibt es im Shop.

Warnung !

Vorsicht beim Nachbau. Auch wenn dieser Verstärker nicht viel Leistung hat so arbeitet er dennoch mit Spannungen die Gefahr für Haut und Haar darstellen können, weshalb sich dieser Verstärker NICHT als Anfängerprojekt eignet !
Das Lesen und Verstehen von Schaltplänen, der Umgang mit Meßgeräten sowie grundlegenden Erfahrungen mit Spannungen über 60 V sollten als Voraussetzung für den erfolgreichen Auf- und Nachbau vorhanden sein.

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